Platinenherstellung
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Einleitung
Material und Hilfsmittel
SMD oder bedrahtete Bauteile?
Layouterstellung
Layout ausdrucken
Leiterplattenmaterial
Belichtung der Platine / Belichtungsgerät
Entwickeln
Ätzen
Oberflächenbehandlung / Verzinnen
Bohren
Löten
Versiegeln
andere Verfahren
graue Vergangenheit
Einleitung
Ich will niemandem vorschreiben, wie er seine Leiterplatten
herzustellen
hat, jeder findet dabei seinen eigenen, optimalen Weg. Aber im
Interesse
des
Erfahrungsaustauschs folgt nun mein Weg, einfach, schnell und billig
zur
gedruckten
Schaltung zu kommen.
In einer Fernsehdokumentation zum Thema 'Geldnoten und
Geldnotenfälschung'
hörte ich einmal den Satz: "Ziel der Notenbanken war es, jeden
Schritt der Geldherstellung so kompliziert wie möglich zu machen
und
damit den Fälschern das Handwerk zu erschweren." Das
erinnerte
mich ein wenig an die Herstellung von Platinen. Diese Herstellung
erfolgt
in einer Reihe von Schritten, und bei keinem der Schritte kann man sich
Nachlässigkeit leisten. Man muss jeden Schritt absolut
sorgfältig
ausführen, nur dann wird man am Ende mit einer guten Platine
belohnt.
Material und Hilfsmittel
Um eine Leiterplatte in guter Qualität herzustellen benötigt
man folgende Ausrüstung:
| Layouterstellung |
- Personalcomputer mit einem einfachen Vektorzeichenprogramm
(z.B.
CorelDraw
3 von der HP-BigCD) oder PCB-CAD-Software (z.B. Eagle, Target3001)
- fotofähiger Tintenstrahldrucker (720 dpi oder besser)
und
Transparentfolie
für Tintenstrahldrucker oder
- Laserdrucker und Pergamentpapier
|
| Zum Belichten |
- Schaumstoff (0,5 cm bis 2 cm dick)
- Glasplatte
- Fotolampe oder anderer UV-Strahler (Höhensonne)
|
| Zum Entwickeln und Ätzen |
- zwei Fotoschalen
- Fotozange
- Entwickler (Natriumhydroxid)
- Ätzmittel (Eisen-III-Chlorid)
- Wasser, Belüftung, Gummihandschuhe
|
| Material/Hilfmittel/Werkzeug |
- fotobeschichtetes Leiterplattenmaterial
- Tesafilm
- Stoppuhr
- Laubsäge
- schnelldrehende Bohrmaschine
- Bohrer 0,8 mm, 1 mm, 1,5 mm
|
| Zeit |
- Layoutentwurf: je nach Problem
- vom Layoutdruck bis zur fertigen Platine: 1 Stunde bis 2
Stunden
|
SMD oder bedrahtete Bauteile?
Viele Bastler scheuen sich noch vor SMD-Bauteilen. Aus diesem Grunde
habe ich bei den Projekten auf meiner Homepage vor etlichen Jahren
einen Rüchschwenk von SMD zu konventionellen Bauteilen gemacht.
Das geschah gegen meine Überzeugung, aber ich wollte die
Hemmschwelle für das Nachbauen meiner Projekte niedrig halten.
Generell bin ich aber ein Fan des gemäßigten SMD-Einsatzes.
Da ich einseitige Leiterplatten bevorzuge (lassen sich leichter
fertigen) meide ich Bauteile, bei denen man mit "haushaltsüblichen
Mitteln" zwischen zwei Pins keine Leiterbahn hindurchziehen kann.
Deshalb bevorzuge ich bei Schaltkreisen das DIL-Format. Bei
Widerständen ist mein Favorit aber der SMD-Widerstand im
1206-Gehäuse, zwischen seinen Anschlusspads lässt sich noch
eine Leiterbahn verlegen..
Die ausgewogene Mischung aus SMD- und
nicht-SMD-Bauteilen bietet gegenüber der konventioneller
Bestückung den Vorteil des kleineren Platzbedarf und der
drastischen Reduzierung des Bohrens in der Platine. Trotzdem wird die
Platine nicht zu filigran, und die Herstellung und Bestückung ist
kaum komplizierter.
Layouterstellung
Zur Layoutentwicklung benötigt man nicht unbedingt teure
CAD-Software.
Der eigene Kopf und ein Standard-Zeichenprogramm genügen auch.
Natürlich habe ich schon oft mit moderner Software Platinen
entwickelt
und hergestellt, bzw. herstellen lassen. Für die industrielle
Serienproduktion
ist das der einzige Weg, Layoutfehler zu vermeiden und einen
standardisierten
Datenaustausch zwischen Entwickler und Produzent zu garantieren.
Wer's
probieren will, findet im Web bei CadSoft eine abgespeckte
Light Version von Eagle zum
kostenlosen Download. Die ist auf
100mmx80mm
große Platinen (halbes Europakartenformat) und zwei
Leiterbahnebenen
beschränkt, was zum Ausprobieren oder für kleine Projekte
schon
reicht. Es gibt auch eine Linux-Version von Eagle.
Hier ist ein Tutorial, das den
Einsatz von Eagle an Beispielen dokumentiert. (Danke Dominik)
Vom Ingenieurbüro Friedrich gibt es ein weiteres professionelles
Layout-Entwurfsprogramm Target3001, dessen voll
funktionsfähige Demoversion (Target 3001 discover)
auf
250 Pins/Pads sowie auf 2 Ebenen begrenzt ist, wärend die Platinen
größe keiner Begrenzung unterliegt.
Der Zeitschrift c't liegt jedes Jahr eine CD bei, auf der sich eine
freie Target3001-Version befindet, die auf 400 Pins/Pads
beschränkt ist (z.B.
c't 11/06). Wer seine Platinen industriell bei PCB-Pool
fertigen lassen will, der kann die PCB-Pool-Edition von Target
3001 benutzen. diese hat weder Pin- noch Größenbegrenzung,
erzeugt aber nur Files, die für PCB-Pool benutzt werden
können.
Für den Gelegenheitsbastler, der nur sehr selten Platinen
entwirft, ist der manuellen
Layoutentwurf
mit einem einfachen Zeichenprogramm eine sinnvolle Alternative. Warum?
- Die Zeit, die man mit einem großen
Leiterplattenentwurfsprogramm
beim Routen (also dem Verlegen der Leiterbahnen) spart, steckt man in
der
Schaltungsentwurfsphase in das Programm hinein. Jedes Bauelement
muss
mit der zugehörigen Gehäusebauform eingegeben werden,
Gehäuse
die dem Programm unbekannt sind müssen erst mit einem speziellen
Zeichenprogramm
entworfen werden.
- Die Grundeinstellung für Leiterbahnbreiten, Lötaugen
und
Durchkontaktierungen
sind für chemisch durchkontaktierte Platinen optimiert. Es ist
also
nicht daran gedacht worden, dass man als Hobbyelektroniker an
einer
Durchkontaktierung auch noch löten muss. Also muss man
alle
Grundeinstellungen anpassen.
- Routing-Programme sind recht hilflos, wenn man ihnen nur
einseitige
Leiterplatten
anbietet. Versucht man es mit zweiseitigen Platinen, so benutzen sie
reichlich
Durchkontaktierungen. Das ist der Industrie egal, aber ich
müsste
an jeder Durchkontaktierung 2 mal löten. Da kann ich auch gleich
einen
Draht ziehen, anstatt eine zweite Leiterplattenseite zu benutzen.
- Ein Router beachtet nicht, dass Leiterbahnen auf der
Bestückungsseite
so an ein Bauelement herangeführt werden müssen, dass
man
da auch noch mit dem Lötkolben gut herankommt.
- Ein Profiprogramm denkt nicht daran, in der Mitte eines
Bauelementeanschlusses
oder einer Durchkontaktierung ein Loch zu machen. Dafür ist die
automatische
Bohrmaschine zuständig, die ein entsprechendes Drill-File bekommt.
Ich brauche dieses "Loch" im Kupfer aber als Führung für
meine
Handbohrmaschine, die mit Drill-Files überhaupt nichts anfangen
kann.
- CAD-Programme möchten das fertige Layout in einem
Dateiformat
ausgeben,
mit dem Platinen-Belichtungsgeräte etwas anfangen können
(z.B.
Gerber-Format). Eine Ausgabe auf einem normalen Drucker ist meist nur
über
Zwischenschritte (z.B. via PS-Format und Grafikprogramm) möglich.
Solange sich der Bauelementeaufwand also in Grenzen hält nutze ich
lieber meinen Kopf und ein Standard-Vektor-Zeichenprogramm.
Einen Vorteil der "großen" Lösung will ich aber nicht
verschweigen.
Mit einem Spezialprogramm wie Eagle, Target3001 oder Orcad kann man
keinen
Leiterzug
vergessen oder falsch ziehen. Mit meiner manuellen Methode passiert mir
das schon mal.
 |
Als Zeichenprogramm für einfache Leiterplatten benutze
ich übrigens CorelDraw
3. Das klingt etwas altbacken (aktuell ist wohl die Version 11),
für maßhaltige schwarze
Linien,
Kreise und Flächen (also Leiterbahnen) ist das aber völlig
ausreichend,
und dieses Programm gibt es inzwischen fast umsonst: z.B. auf der
BIG-CD,
die es manchmal zu HP-Druckpatronen dazugab.
Layouts entwerfe ich positiv (Kupfer = schwarz, kein Kupfer
=
nichts = weiß) und in der Ansicht von der Bestückungsseite
her.
Dadurch vermeidet man Verwechslungen bei IC-Pin-Belegungen. Der Entwurf
ist damit spiegelbildlich, was für den folgenden fotochemischen
Prozess
ohnehin nötig ist. Man sollte unbedingt etwas Text
(spiegelbildlich!)
im Layout vorsehen. Dadurch erkennt man später auf einen Blick die
Vorder- und Rückseite des Layouts. Wie ich solche
CDR-Dateien
erstelle sieht man am linken Bild oder an Beispielen aus der Projekte-Seite.
|
Grundregeln:
- Das Zeichenprogramm auf die Maßeinheit "Inch" umstellen.
Schaltkreisanschlüsse
liegen nicht im 2,5 mm-Raster sondern im 1/10-Zoll-Raster (ca. 2,54 mm).
- In den Lötaugen ein Zentrierloch zum Bohren vorsehen.
- Beschriftungen (seitenverkehrt!) nicht vergessen.
- Leere Bereiche mit schwarzen Masse-Flächen auffüllen
(beschleunigt
das Ätzen).
- Leiterplattenmaterial gibt es in Standardgrößen zu
kaufen
(75x100mm,
160x100 mm), wenn man sich beim Layout schon auf so eine
Größe
festlegt, erspart man sich später das Sägen.
 |
Wenn man sich einmal in ein CAD-Programm eingearbeitet hat
(was eine Weile dauern kann), dann lernt man auch schnell die Vorteile
des computerunterstützten Designs schätzen.
Für komplexere Platinen benutze ich die Eagle-Freeware,
und beschränke mich auf Platinen bis zu 80mm x 100mm. (besser 75mm
x 100mm)
Ich verlege alle Leiterbahnen manuell (der Autorouter scheint
mir für
einlagige Platinen nicht geeignet zu sein) und stelle in den Design
Rules im Kartenreiter Resting die äußeren
Durchmesser
von Pads und Vias auf mindestens 20 mil ein. Dadurch werden die Pads
(Lötaugen)
auch mit einem Lötkolben lötbar. (Bei DIL-Schaltkreisen und
Steckverbindungen
werden die Lötpads dadurch aber so groß, dass zwischen ihnen
keine Leiterbahnen merh hindurch passen.)
Beim Drucken des Layouts selektiere ich im CAM-Processor-Job
nur die Layers Bottom, Pads, Vias und
Dimension.
Unter Style wird Fill pads nicht aktiviert. Im Ergebnis
erhalte
ich Layouts mit Zentrierlöchern für das Bohren in allen Pads.
Als Ausgabeformat wähle ich PS (postskript).
Die dann entstandene PS-Datei kann man z.B. mit Photoshop
Elements einlesen. Beim
Einlesen wird es in ein Pixel-Bild gewandelt, die
Auflösung
kann man dabei frei wählen. 600 dpi wäre z.B. ein geeigneter
Wert für filigrane Platinen. Es ist sehr wichtig, beim Einlesen in
Photoshop Elements die Option glätten zu deaktivieren!
Ansonsten
werden Masseflächen streifig dargestellt. Nun hat man noch die
Möglichkeit,
auf Pixel-Ebene kleinere Korrekturen vorzunehmen, falls das nötig
ist.
Aus Photoshop Elements heraus kann man das Layout dann auch gleich
drucken.
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Anstelle von Photoshop Elements
kann man auch das freie GIMP benutzen.
Dann
muss man allerdings noch Ghostscript
installieren, da Gimp diese Software zur PostScript-Wandlung
verwendet. Unter Linux ist Ghostscript meist standardmäßig
installiert. Unter Windows muss man es nachinstallieren.
Eine nette Ergänzung zu Eagle ist Eagle3D. Diese Software errechnet
aus Eagle-Platinen-Daten Povray-Files. Aus diesen erstellt Povray dann
per Raytraycing dreidimensionale
Bilder
der bestücketen Platine.
Besonders erwähnen möchte ich auch die Software Sprint-Layout.
Das
ist ein einfaches Leiterplatten-Zeichenprogramm, das sich ohne
große
Einarbeitungszeit intuitiv bedienen lässt. Es beschränkt
sich darauf, alle möglichen Bauteilgehäuse mit ihren
Lötpads
bereitzustellen, die auf der Platine in einem sinnvollen Raster
positioniert
und mit Leiterbahnen verbunden werden können. Dadurch fällt
das
Zeichnen viel einfacher als z.B. mit CorelDraw. Durch den Verzicht auf
einen Schaltplan-Editor, bleibt die Bedienung einfach, man muss
sich
aber selber um die Herstellung der richtigen elektrischen Verbindungen
kümmern. Es ist nun mal ein Zeichenprogramm und kein CAD-Programm.
Von SprintLayout gibt es eine Demo, die leider weder das Speichern
eines Projekts noch das Ausdrucken erlaubt.
Layout ausdrucken
Für die fotochemische Platinenherstellung braucht man einen
Ausdruck
des Layouts auf einem transparenten Medium: Transparentpapier oder
Transparentfolie.
Welchen Weg man hier wählt, hängt von der eigenen technischen
Ausstattung ab. Prinzipiell eignen sich Tintenstrahldrucker und
Laserdrucker.
Die besten Ausdrucke habe ich mit einem hochauflösendem
Tintenstrahldrucker
(meinem uralten Epson Stylus Foto) auf HP-Transparentfolie (HP Premium
Inkjet
Transparency
Film, HP C3835A, leider sehr teuer) erhalten. Diese Folie fühlt
sich
auf einer Seite rauh an. Diese Seite ist zu bedrucken. Die rauhe
Oberflächenstruktur
verhindert das Verlaufen der Tinte. Es ist unbedingt im Druckertreiber
als Druckmedium "Photo Quality Glossy Film" einzustellen und die
höchste
Ausdruckqualität auszuwählen, ansonsten werden die schwarzen
Flächen nicht blickdicht. (In der Einstellung "Ink Jet
Transparencies"
schaltet der Drucker dagegen auf 360 dpi herunter, was zu
nichtdeckender
Tintenauftragung führt.) Ein Düsentest vor dem Ausdruck
vermeidet
unangenehme Überraschungen in Form von horizontalen weißen
Linien.
Wer einen anderen Drucker benutzt sollte wenigstens 600 DPI einstellen
können. Keinen Erfolg hatte ich mit einem Billig-HP-Deskjet, der
nur
300 DPI konnte. Der Tintenauftrag war je nach Treibereinstellung nicht
flächendeckend oder mit grüner Tinte vermischt. (Das mag ja
auf
Papier sinnvoll sein, aber nicht bei Belichtungsvorlagen.) Auch ein
HP-Deskjet
600 (300 DPI) brachte nur mäßige Ergebnisse (Beste
Ergebnisse
in der Einstellung Spezialpapier, aber nicht blickdicht).
Ein Canon Pixma MP780 (4800x1200 dpi) deckte immer noch etwas
schlechter
als mein betagter Epson-Stylus-Photo (720 dpi). Hier heißt es
also
mit allen erreichbaren Druckern experimentieren, um das beste
Druckresultat
zu erzielen.
(Die alte Tintenstahler-Druckerfolie HP51630S-CX
JetSeries
Transparency
Film ist übrigens völlig ungeeignet, da hier die Farbe
abperlt.)
Wer mit der Transparentfolie keine blickdichten Ausdrucke erziehlt
(oder
falls die Transparentfolie zu teuer ist), kann alternativ folgende
preiswerte
Lösung versuchen. Man druckt auf normalem Papier für
Tintenstrahldrucker
mit bestmöglicher Auflösung. Durch das Aufsaugen/Verlaufen
der
Tinte ist ein blickdichter Ausdruck viel einfacher zu erziehlen. Der
getrocknete
Ausdruck wird dann mit Sonnenblumenöl (man kann
auch
Pausklar aus der Spraydose von Conrad verwenden) eingerieben, wodurch
die
unbedruckten Stellen für das UV-Licht transparent werden. (danke
Bodo)
Ein Laserdrucker liefert nicht ganz so gute
Ergebnisse
wie der Epson-Stylus-Foto, ist aber ausreichend. Dazu druckt man auf
Transparentpapier.
Ein Stück dieses dünnen Transparentpapiers wird dazu mit
Tesa-Film
auf einem normalen Blatt Druckerpapier fixiert, ansonsten gibt es
Papierstau.
Der Tesa-Film übersteht die Fixierwalzen des Druckers
überraschend
gut. Es empfiehlt sich, zunächst einen Probedruck auf ein normales
Blatt Papier anzufertigen, dann in der nötigen Größe
Transparentpapier
zuzuschneiden. Dieses Transparentpapierstück wird dann auf einem
neuen
Blatt Papier an der Position des Layout-Probeausdrucks fixiert. Dazu
nur
einen Streifen Tesa am oberen Ende des Transparentpapiers benutzen. Das
untere Ende des Transparents bleibt locker (vermeidet Falten). Nun wird
das Blatt noch mal in den Drucker eingeführt und der Ausdruck (nun
auf dem Stück Transparentpapier) wiederholt.
Alle Druckertreibereinstellungen, die das Schwarz noch "schwärzer"
machen sollte man nutzen. Trotzdem wird man ein Ergebnis erhalten, das
etwas Licht durchscheinen lässt. Es empfiehlt sich mit einem
schwarzen Tuschestift nachzuarbeiten.
Der Schwärzungsgrad des Ausdrucks ist offensichtlich stark vom
Fabrikat des Druckers abhängig. Mit HP-Druckern hatte ich eher
schlechte
Erfahrungen gemacht. Per Email erhielt ich den Hinweis, dass ein
Brother-Drucker
ein brauchbares Ergebnis lieferte. Mein Test mit einem OKIlaser14ex war
ebenfalls zufriedenstellend, aber nicht perfekt.
Falls das Druckergebnis bei Tintenstrahl oder Laserdrucker
trotz aller Mühe nicht blickdicht wird, kann man das Layout auch
mehrfach
drucken, und die Ausdrucke passgenau übereinander legen. Das
funktioniert für einfache Layouts gut. Bei sehr filigranen Layouts
ist das aber nicht einfach, da keine zwei Ausdrucke exakt
deckungsgleich
sind. Das ist wohl weniger ein Problem der Druckermechanik als der
bedruckten
Blätter. Papier dehnt sich aus und schrumpft je nach Feuchtigkeit,
Folien werden warscheinlich durch die heißen Fixierwalzen des
Laserdruckers
verzerrt. Mit Öl getränktes Papier wird mit Sicherheit auch
quellen.
Ein weiteres Problem der mehrfach-Layouts ist, das die Farbschichten
der einzelnen Ausdrucke nicht direkt aufeinander liegen, sondern durch
eine Papier- oder Folie-Schicht getrennt sind. Dort kann sich
Streulicht
ausbreiten..
Trotzdem liefert diese Technik für nicht allzu filigrane Layouts
gute Ergebnisse.
Mit sogenannter Transferfolie für Laserdrucker habe ich keine
so
guten Erfahrungen gemacht. Vielleicht hatte ich da die Tricks noch
nicht
so raus, vielleicht verspricht hier auch die Werbung zuviel. Ich bleibe
bei der Fotochemie.
Andere Bastler haben sehr gute
Erfahrung mit der Direkttonermethode gemacht.
Mein Traum:
Für digitale Röntgengeräte gibt es Belichter, die die
schwarz-weiss-Aufnahmen auf lichtempfindliche Transparentfolie
belichten und diese entwickeln. Die gleiche Technik hat natürlich
auch jede Leiterplattenfirma. Wenn ein Anbieter für Privatkunden
solche Folien für ein paar Cent belichten und entwickeln
würde, könnte man sich viel Arbeit ersparen. Bei
Papierbildern ist dieser Service schon lange üblich (auch
wenn die Fotolabore dort nicht maßhaltig abrbeiten).
Es hat sich bei mir wirklich ein Anbieter gemeldet, der genau das
für bastler-freundliche Preise anbietet. Sobalt ich ihn getestet
habe, steht an dieser Stelle mehr darüber.
Leiterplattenmaterial
Am stressfreiesten arbeitet man mit schon vom Hersteller
fotobeschichtetem
Basismaterial, also mit Leiterplatten auf denen Fotopositivlack
aufgetragen
und eine lichtundurchlässige Schutzfolie aufgeklebt ist. Ich
lagere
diese Platinen im Kühlschrank problemlos bis zu einem Jahr.
Es gibt sie in verschiedenen Abmaßen und Ausführungen:
- aus Hartpapier
(undurchsichtig,
gelb bis braun, Pertinax) oder Glasfasermaterial
(duchscheinend, hellgelb, Epoxyd),
- einseitig oder zweiseitig mit Kupfer beschichtet,
- von 0,5 mm bis 1,5 mm Dicke
- mit 35 µm oder 70 µm Kupferdicke.
- 100x60, 100x75, 100x160 ... mm groß
Hartpapier (Pertinax) lässt sich leicht zuschneiden bzw. nach
beidseitigem Anritzen auch einfach auf die gewünschten Maße
brechen. Im Vergleich zu Glasfasermaterial hält aber die
Kupferschicht
schlechter. Das fällt vor allem beim mehrmaligen oder zu
heißem
Löten auf. Außerdem reißt das Material leicht bei
starken
Schlägen, z.B. beim Ankörnen vor dem Bohren. Das Bohren
selbst
ist aber wieder leicht, wenn man mit wenig Druck arbeitet. Zu
großer
Druck führt zu "kraterförmigen" Ausbrüchen an der
Platinenunterseite.
Glasfaser (Epoxyd) zu sägen und zu bohren ist langwieriger und
materialverschleißend. Trotzdem bevorzuge ich Glasfaser.
Für die meisten Anwendungen reichen einseitige Platinen. Oft
kann
eine zweite Platinenseite vermieden werden, wenn man sich nicht scheut
einige Drahtbrücken zu verwenden. Wer extreme Miniaturisierung
betreibt,
kann eine zweiseitige Platine beidseitig mit SMD-Bauteilen
bestücken
und
dadurch viel Platz sparen. Dabei sind dann auch die Ansprüche an
die
Passgenauigkeit der beiden Seiten nicht so hoch.
Dünne Platinen sind preiswerter, können sich aber
verbiegen,
was Leiterbahnen und Bauelemente belastet, ich nutze 1,5 mm dickes
Material.
Eine Kupferschichtdicke von 35 µm klingt wenig, ist aber
normalerweise
völlig ausreichend. Nur bei Hochstromschaltungen (Motorregler,
Transverter
...) sind Platinen mit 70 µm Kupferschichtdicke sinnvoll.
Belichtung der Platine
Das ausgedruckte Layout muss mit UV-Licht auf den Fotopositivlack
der Platine übertragen werden. Dazu benötigt man entweder ein
Belichtungsgerät
oder
- eine Lage Schaumstoff (0,5 .. 2 cm dick), die größer
als die
Platine ist
- eine (nicht zu dicke) Glasplatte, die größer als die
Platine ist
- eine Lichtquelle mit hohem UV-Anteil
Schaumstoff und Glasplatte haben bei mir die Abmessungen 15 cm x 20 cm.
Das reicht für übliche Layouts. Als Lichtquelle verwende ich
eine 250 W Fotolampe (Nitraphot S250W) aus dem Conrad -Katalog
(Best.Nr.52
91 41-xx). So eine 250W-Lampe entwickelt mehr Wärme, als die
meisten
Lampenfassungen verkraften. Man sollte hier unbedingt auf eine
Porzellan/Keramik-Lampenfassung
zurückgreifen, und im Zweifelsfall 'häppchenweise' belichten
(1 Minute belichten immer im Wechsel mit 2 Minuten Abkühlzeit).
Eine Glasplatte aus Quarzglas verschluckt weniger UV-Licht als normales
Glas und ist deshalb besser geeignet. Mit normalem Glas lassen sich
aber
die gleichen Ergebnisse erreichen - die Belichtungsdauer ist dann etwas
länger.
 |
Die Platine wird zunächst auf das benötigte
Maß zurechtgeschnitten,
und dann vom zugeschnittenen Stück die Schutzfolie entfernt. Da
der
Lack kaum tageslichtempfindlich ist, kann das (wenn man schnell
arbeitet)
bei normaler Beleuchtung geschehen.
Die Platine wird mit der Fotolackschicht nach oben auf den
Schaumstoff
gelegt. Das spiegelbildlich ausgedruckte Layout wird mit der Druckseite
auf die Platine gelegt. Damit ist das Layout wieder seitenrichtig, und
zwischen Fotolack und Druckerfarbe ist kein Abstand für
störendes
Streulicht. Darauf kommt nun die saubere Glasplatte. Sie hat
die
Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Layout plan auf der
Platine
aufliegt und nicht verrutscht.
|
Für Platinen bis zu ca. 8cm x 8cm kann man auch eine leere
CD-Hülle
benutzen. Der runde CD-Halter in der Mitte der Hülle wird
herausgebrochen.
Nun legt man in die Hülle eine dünne Lage Schaumstoff, darauf
die Platine und darauf das Layout. Nun schließt man die
CD-Hülle.
Hat der Schaumstoff die korrekte Dicke, dann presst der
CD-Hüllen-Deckel
das Layout auf die Platine.
Nun folgt der kritischste Abschnitt der Patinenerstellung - die
Belichtung.
Kritisch ist dabei die Belichtungszeit. Ich befestige die Lampe ca. 15
cm über der Platine und belichte dann 6 Minuten. Das ist des
Ergebnis
einer Belichtungstestreihe. Diese Zeit hängt aber von vielen
Faktoren
ab, und muss deshalb von jedem selbst ausprobiert werden.
- Der Abstand der Lampe zur Platine ist wichtig. Ein verdoppelter
Abstand
viertelt die UV-Strahlung. Deshalb immer mit dem gleichen Abstand
arbeiten!
- Die Glasplatte verschluckt einen Teil des UVs. Also immer die
gleiche
Glasplatte
benutzen.
- Die Layoutvorlage ist je nach Herstellungsverfahren (Tinte+Folie
oder
Toner+Transparentpapier)
unterschiedlich UV-transparent.
- Je nach Hersteller, Alter und Lagertemperatur sind die Platinen
unterschiedlich
empfindlich.
So können manchmal auch schon 3 Minuten ausreichend sein. Mir ist
aufgefallen, dass no-name-Material eine sehr unterschiedliche
Belichtungszeit
aufweist, und auch verschieden empfindlich auf Entwickler reagiert. Wer
die Belichtungsexperimente im Rahmen halten möchte sollte auf
Marken-Platinen
(Bungard) zurückgreifen. Die sind etwas teurer, lassen sich aber
immer
gleich gut verarbeiten.
Aufgrund der hohen Lichtleistung der Lampe verbietet sich es von
selbst,
beim Belichten in die Lampe zu schauen. Das ist auch gut so, da der
hohe UV-Anteil für die Augen schädlich ist. Also beim
Belichten weg schauen, es gibt da sowieso nichts zu entdecken. Eine
moderne
Sonnenbrille mit UV-Blocker erhöht die Sicherheit für die
Augen.
Muss es doch mal eine zweiseitige Platine sein,
müssen
beide Layouts ausgedruckt und präzise zu einer Tasche verklebt
(Tesa)
werden. In diese Tasche wird die Platine zum Belichten eingelegt, und
mit
Tesa fixiert. Dann lassen sich nacheinander beide Seiten belichten.
Wer mit Sonnenblumenöl-Layouts arbeitet, sollte die Platine
vorsichtig
abwaschen, falls Öl auf die Platine gekommen ist.
Noch mal zum Abstand zwischen Lampe und Platine:
Die Dichte der UV-Strahlung, die an der Platine ankommt ist extrem
von der Entfernung zur Lampe abhängig (1/quadratisch). Ein
Halbieren
des Abstandes vervierfacht die Strahlungsleistung, und viertelt die
nötige
Belichtungsdauer. Aus drei Gründen sollte man aber nicht zu dicht
mit der Lampe an die Platine herangehen.:
- Alle Bereiche der Platine sollten etwa gleich belichtet werden.
Ist die
Lampe aber zu dicht, dann ist ihr Abstand zur Platinenmitte viel
geringer
als der Abstand zum Platinenrand (besonders bei größeren
Platinen).
Das Ergebnis ist dann Überbelichtung in der Platinenmitte oder
Unterbelichtung
am Rand. Ein größerer Abstand verringert den
Entfernungsunterschied.
- Die Lampe erzeugt etwa 250 W Hitze, die zu einem großen
Teil
abgestrahlt
wird. Ist die Platine zu dicht an der Lampe, dann erwärmt sie sich
merklich. Ob das der Chemie zuträglich ist, wage ich zu
bezweifeln.
- Je tiefer die Lampe angebracht ist, desto schräger werden
die
Randbereiche
der Platine angestrahlt. Damit steigt die Gefahr, dass UV den Weg
zwischen
Layoutfolie und Platine findet. Die Folge wären
Unterätzungen. Andererseits kann es auch zu schrägem
Schattenwurf durch die Druckerfarbschicht kommen. Dann "laufen" eng
benachbarte Leiterbahnen zusammen.
Die Industrie und die Semiprofis verwenden Beleuchtungskästen, in
denen Leuchtstofflampen flächig und kalt strahlen. Für viele
Zwecke ist die einfache UV-Lampe jedoch ausreichend.
Zum Ausprobieren kann man auch eine normale 100W-Glühbirne
verwenden.
Bei 15 cm Abstand zur Leiterplatte ergeben sich aber Belichtungszeiten
von ca. 30 Minuten.
Ideal ist ein Belichtungsgerät,
das
man für über 200 € kaufen kann, oder das man sich aus
einem alten Scanner und ein paar UV-Leuchtstofflampen selber baut.
Entwickeln
Die belichtete Platine muss nun entwickelt werden. In einem
chemischen
Prozess werden dabei die belichteten Lackteile aufgelöst und
abgespült. Dazu benötigt man eine Fotoschale und Entwickler.
Je nach verwendetem Entwickler dauert die Entwicklung 10 Sekunden bis
zu
4 Minuten. Ich habe genug Zeit, und benutze Natriumhydroxid-Lösung
(NaOH), die ist gut, billig, und beim Entwickeln kommt keine Hektik
auf.
Zum Herstellen der Lösung gibt man ca. 10 g (1
Messlöffel)
Natriumhydroxid-Pulver (Conrad-Katalog) in 1 Liter Wasser.
Entwicklerlösung hält sich an der Luft nicht lange, und ist
auch schnell erschöpft. Sie aufzuheben lohnt nicht.
Im Entwicklerbad werden die belichteten Stellen des Fotolacks
aufgelöst.
Das ist bei vielen Platinen-Fabrikaten (aber nicht bei allen)
zunächst
mit einer Violettverfärbung der belichteten Lacks verbunden.
Dieser
violette Lack löst sich dann im Entwickerbad auf.
Nach ca. 1 Minute entnehme ich die Platine aus dem Entwicklerbad und
spüle sie unter dem Wasserhahn ab, dabei tritt das Layout der
zukünftigen
Leiterplatte hervor. Allerdings nicht farblich (wie beim Entwickeln von
Filmmaterial) sondern eher plastisch: farbloser Lack auf nacktem
Kupfer.
Es ist wichtig, dass aller Lackreste von den belichteten
Stellen
entfernt werden. Dazu kann man die Platine unter fließendem
Wasser
vorsichtig abreiben (mit den Fingern oder einem sauberen weichen
Lappen).
Danach tauche ich die Platine noch mal für kurze Zeit in das
Entwicklerbad,
um letzte Reste des belichteten Lacks zu lösen. Danach wird wieder
abgespült und dabei vorsichtig abgerieben.
Falls nicht aller Lack in den belichteten Bereichen weg ist, dann
lieber
noch etwas nachentwickeln. Bis zu 4 Minuten widerstehen die
unbelichteten
Abschnitte der Entwicklerlösung meist problemlos. (bei
Tintenstrahldrucker-Layouts)
Sollte das Layout schon sofort nach dem Eintauchen der belichteten
Platine
in den Entwickler deutlich sichtbar sein, und der
Entwicklungsprozess
schon nach 20 Sekunden abgeschlossen sein, so ist vermutlich die
Belichtungszeit
zu lang gewesen. Nun ist äußerste Sorgfalt geboten um die
Platine
noch zu retten. Die unbelichteten Zonen können nun beim Ätzen
leicht angegriffen werden, was sich später in vielen kleinen
Löchern
in der Kupferschicht zeigt. Also das Ätzen überwachen, und
die
Platine sofort nach dem Ätzen aus dem Ätzbad nehmen.
Anmerkung
Es gibt positive Berichte über den NaOH-freien Entwickler vom
Typ 4007 (Conrad 52 88 03-xx). Mit ihm soll es fast unmöglich
sein,
eine Platine über-zuentwickeln. Die belichtete Platine darf also
straffrei
sehr lange im Entwickler verbleiben, ohne Schaden zu nehmen. Das ist
für
eine gleichmäßige Entwicklung der Platine (besonders bei
ungleichmäßiger
Belichtung) von großem Vorteil. Ich werde das mal ausprobieren.
Bungard schreibt seinem NaOH-freien Spezialentwickler änliche
Eigenschaften zu (Conrad 52 87 73-xx), und mit diesem Entwickler hatte
ich sehr gute Ergebnisse, allerdings habe ich damals keine direkten
Vergleiche
zu NaOH durchgeführt.
Beide NaOH-freien Entwickler kosten für 1 Liter
Entwicklerlösung
ca. 1,60€.
Ätzen
Ich ätze nun mit Eisen-III-Chlorid die ungeschützten
Kupferbereiche
von der Platine ab. Dazu benötigt man eine zweite Fotoschale sowie
Plastikzangen (aus dem Fotobedarf), um die Platine im Ätzbad zu
fassen.
Eisen-III-Chlorid ist keine konzentrierte Salzsäure, also kann
man es ungefährdet handhaben, wenn man übliche Regeln der
Vorsicht
beachtet. Bekommt man etwas auf die Haut genügt normalerweise
sofortiges
gründliches Abspülen. Es greift aber Metalle an. Das kann man
gut sehen, wenn man eine dünne Alufolie ins Ätzbad taucht.
(Man
gab mir den Tipp, dass selbst Gold und Platin angegriffen werden.
Also den Ehering in Sicherheit bringen, bevor er Flecken bekommt. Ein
weiterer
Emailtipp wiedersprach dem entschieden, wies aber darauf hin, das
Eheringe
ja nicht aus purem Gold sondern aus Legierungen bestehen. Auch
wenn
das Gold nicht angegriffen wird, so könnten doch die
Legierungsmetalle
'aufgelöst' werden. Wie auch immer: Ringe ab!) Die beim Ätzen
entstehenden Gerüche sollte man nicht einatmen, also für
Belüftung
sorgen. Vorsichtig mit der Kleidung umgehen. Eisen-III-Chlorid gibt
gelbe
Flecken, die sich nur schwer entfernen lassen. In der Medizin wird
Eisen-III-Chlorid
übrigens als Blutgerinnungsmittel verwendet. Daher kommt die gelbe
Färbung des Mulls.
Das Ätzmittel gibt es preiswert als Pulver oder in Perlenform.
Man löst es in Wasser, bis sich kein Ätzmittel mehr
lösen
lässt. Dabei entwickelt sich übrigens Wärme. Man
sollte
also nicht schon mit warmem Wasser anfangen.
Nun kann man die Platine für ein paar Sekunden eintauchen, sofort
wieder entnehmen und mit Wasser gründlich abspülen. Man
erkennt
nun gut, ob man beim Entwickeln Erfolg hatte. Flächen ohne
schützenden
Lack werden matt. Evtl. sollte man nun noch nachentwickeln, oder
überschüssigen
Lack einfach abkratzen. Fehlender Lack lässt sich mit
einem
ätzfestem Lackstift ersetzen. Dann wieder ins Ätzbad mit der
Platine. Die Ätzzeit hängt stark von der Temperatur und vom
Verbrauchsgrad
der Ätzlösung ab. Sie liegt zwischen 10 Minuten und 1 Stunde.
Die Platine sollte regelmäßig bewegt werden, um frisches
Ätzmittel
und Sauerstoff zum Kupfer zu "spülen".
Falls gegen Ende des Ätzvorgangs nur noch einige Kupferflecken
übrig sind, kann man diese außerhalb (besser oberhalb) des
Ätzbades
mit einem Wattebausch wegwischen. Der Wattebausch wird dazu mit
Ätzmittel
getränkt, und mit einer Fotozange gefasst.
Eisen-III-Chlorid ist sehr ergiebig, und kann deshalb für
mehrere
Platinen verwendet werden. Zur Aufbewahrung bitte keine
Lebensmittelflaschen
und keine Flaschen mit metallischem Verschluss verwenden. Am
Besten
ist eine Glasflasche mit Glasstopfen. Verbrauchte Ätzlösung
ist
übrigens Sondermüll und gehört ins Ökomobil und
nicht
in den Abfluss!!
Es gibt alternative Ätzmittel wie z.B. Amoniumpersulfat.
Diese moderneren Mittel sind umweltfreundlicher und durchsichtig. Man
kann
den Ätzprozess also besser beobachten und hat hinterher weniger
Sondermüll.
Das Problem mit diesem "Feinätzkristall" ist die
Temperaturabhängigkeit.
Unterhalb von 40°C ätzen sie so gut wie gar nicht, oberhalb
von
60°C kristallisiert das Ätzmittel aus. (Die Kristallisation
lässt
sich durch Kochen wieder rückgängig machen.) Man
benötigt
also ein temperaturgeregeltes Ätzbad. Hat man das, dann spricht
alles
dafür von Eisen-III-Chlorid auf modernere Ätzmittel
umzusteigen.
Wenn man die Platine in die Ätzflüssigkeit gibt, werden
die
ungeschützten Platinenbereiche sofort matt. Mann erkennt dadurch
eventuelle
Mängel im Fotolack (Kratzer oder nicht vollständig entfernter
Lack) schnell. Noch kann man durch übermalen von Kratzern oder
abkratzen
von Lackresten korrigieren. Wenn man die Platine dafür aus dem
Ätzbad
nimmt, ist sie jedesmal gründlich mit Wasser abzuspülen.
Wärend des Ätzens kann man beobachten, das das Kupfer an
den Lackkanten zuerst weggeätzt wird. Große
Kupferflächen
benötigen dagegen lange, bis sie vollständig abgeätzt
sind.
Deshalb noch mal meine Empfehlung zum Layoutentwurf: Unbenutzte
Platienbereiche
sollten als Masseflächen genutzt werden. Dann müssen sie
nicht
abgeätzt werden. Man ist mit dem Ätzen schneller fertig und
man
spart Ätzmittel.
Sollte auf der halb fertig geätzten Platine das Kupfer
"streifig"
stehen bleiben, dann war die Belichtungszeit zu kurz, und es sind feine
Reste des "aufgestrichenen" Fotolacks auf der Platine
zurückgeblieben.
In diesem Fall sollte man die halb fertige Platine wegwerfen und es mit
der doppelten Belichtngszeit noch einmal versuchen.
Die fertig geätzte Platine ist gründlich mit Wasser
abzuspülen,
ansonsten arbeiten sich Ätzmittelspuren im Laufe der Zeit durch
die
dünnen Leiterzüge und verursachen Monate später
rätselhafte
Ausfälle. Der Foto-Lack ist lötbar, und kann normalerweise
auf
der Platine verbleiben.
Für die nähere Zukunft plane ich den Bau einer einfachen
Ätzmaschine.
In einer Email beschieb Paul seine Gurkenglasätzmaschine.
Oberflächenbehandlung (optional)
Wer den Fotolack entfernen möchte (z.B. zum Verzinnen oder bei
filigranen SMD-Platinen) kommt mit einem Spirituslappen zum Ziel.
Alternativ
kann man die fertige Platine noch mal ein paar Minuten belichten, und
dann
den restlichen Lack entwickeln und abspülen.
Nun sollte man die nun schutzlose Platine aber auch gleich mit in
Spiritus
gelöstem Kolophonium einpinseln oder verzinnen.
Das Kolophonium kann man mit einem Fön schneller trocknen. Die
klebrige Oberfläche wirkt sonst beim anschließenden Bohren
wie
ein Schmutzmagnet. Das Kolophonium dient nur dem besseren Löten,
und
wird nach der Bestückung der Platine wieder mit Spiritus und einer
alten Zahnbürste abgewaschen.
Wer ca. 16,- € opfert, kann anstelle der Kolophoniumschicht auch
eine
Zinnschicht auftragen. Dazu eignet sich ein Pulver das z.B. bei Conrad
erhältlich ist. Das Pulver wird in heißem Wasser
aufgelöst,
und die zuvor gereinigte Platine (Spirituslappen) für einige
Minuten
bei Zimmertemperatur in die Lösung getaucht. (Vorsicht:
giftig
und ätzend)
Das Auflösen des Pulvers in
90°C-heißem
Wasser ist alles andere als einfach. Man arbeitet hier mit einer fast
kochenden,
stark ätzenden, giftigen Lösung, und mir ist es nur gelungen
einen kleinen Teil des Pulvers zur Lösung zu bringen. Dieser
Schritt
ist der mit Abstand gefährlichste beim Herstellen einer
Leiterplatte,
und ich kann deshalb das Conrad-Verzinnungsbad nicht ruhigen Gewissens
weiterempfehlen. Wer sich dennoch dazu entschließen
sollte,
wird mit einer hervorragend lötbaren Platine belohnt.
Mir wurde eine chemische Verzinnung (SUR-TIN)
der
Firma Bungard empfohlen, die sich leichter verarbeiten
lässt.
SUR-TIN besteht aus einer Flüssigkeit und zwei Pulvern, die
nacheinander
in warmen Wasser aufgelöst werden. Insbesondere die niedrigere
Wassertemperatur
vereinfacht den Ansatz des Verzinnungsbades wesentlich. Meiner Nase
nach
unterscheidet sich die Chemie bei Conrad und Bungard nicht wesentlich,
aber das nacheinander-zusammen-Mischen der einzelnen Chemikalien bei
Bungard
wird mit einem deutlich besserem Auflösungsverhalten der Pulver
quittiert.
Ein Unterschied zur Conrad-Verzinnung ist, dass der
Verzinnungsprozess
selbständig stoppt, wenn eine ausreichende Schichtdicke erreicht
ist.
Die Verweilzeit der Platine im Bad ist also nicht kritisch.
SUR-TIN ist meiner Meinung nach auch
für
Bastler ein geeignetes Verzinnungsbad.
Einige Bastler mailten mir, das sie als
Privatpersonen
bei Bungard nicht kaufen könnten. Joerg (Danke) erkundigte sich
bei
Bungard, und bekam folgende Antwortmail:
"...Unser SUR-TIN chemische
Glanzverzinnung
konnen Sie gerne bei uns direkt kaufen. Wir haben allerdings einen
Mindestbestellwert
von 25 Euro. Wir verkaufen dieses Produkt zwar insgesamt über 40
Handler
weltweit, aber in Deutschland ausschließlich direkt,weil einer
der
Bestandteile von SUR-TIN (Teil 1 = Batteriesäure) nicht
hochregalfähig
ist..."
sales@bungard.de |
Damit dürfte der Fall eindeutig sein.
SUR-TIN
kostet ca. 13 € +MsSt. Mit einer Packung lässt sich 2,5
Liter chemische Verzinnung ansetzen. Wenn sich zwei Käufer
zusammentun,
erreicht man schon den Mindestbestellwert, alternativ kann man sich
auch
gleich einige beschichtete Platinen mitkaufen.
Da wie gesagt auch die Bungard-Chemie alles
andere
als harmlos ist, sind unbedingt die beiliegenden Sicherheits- und
Entsorgungsvorschriften
einzuhalten.
Eine einmal angesetzte SUR-TIN-Lösung ist
meiner Erfahrung nach ca. 1 Jahr lang uneingeschränkt nutzbar.
Danach
fällt in der Lösung eine weißliche Substanz aus, das
Verzinnen
funktioniert aber weiterhin - warscheinlich aber nicht mehr so
effektiv. Meine SUR-TIN-Lösung ist inzwischen 3 Jahre alt und hat
einen starken Bodensatz (weißlicher Ausfall). Es funktioniert
noch, aber es "arbeitet" inzwischen recht langsam. Es ist Zeit för
einen frischen SUR-TIN-Ansatz.
Bohren
Zum Schluss wird nun noch gebohrt. Dabei dreht sich alles um eine
hohe
Bohrerdrehzahl, und um verkantungsfreies Bohren. Die meisten
Löcher
werden mit 0,8 mm gebohrt. Wer sich freihändig mit einem
Akkuschrauber
oder einer großen, netzbetriebenen Bohrmaschine versucht, bricht
zwangsläufig die Bohrer serienweise ab.
Ideal wäre eine hochtourige (20000 UPM) Ständerbohrmaschine
mit feinfühliger Ständermechanik, die es erlaubt mit kleinem
Druck auf die Platine zu bohren. (z.B. Dremel mit Bohrständer) Die
habe ich aber nicht. Eine brauchbare Lösung ist eine kleine
hochtourige
"Bastelbohrmaschine" für 10,- Euro, die mit Gleichstrom (15-20 V)
versorgt
werden muss. Sie dreht schnell genug und ist so leicht, dass
man das Verkanten (und das dann folgende Bohrerabbrechen) vermeiden
kann.
Beim Bohren dann keine Gewalt anwenden, sondern mit kleinem Druck bei
höchstmöglicher
Drehzahl arbeiten.
Wer Glasfaserplatinen bohrt, verschleißt übrigens pro
Platine
einen Bohrer. Schon nach ca. 100 Löchern wird ein Standardbohrer
stumpf.
Bestücken der Platine
Wer nicht löten kann ist auf dieser Seite eigentlich falsch. Er
sollte erst mal an einem billigen kleinen Fertigbausatz üben.
Trotzdem
ein paar Grundregeln.
Zum Beginn des Lötens sollte Bauelement und die Leiterplatte
frei
von Oxydschichten sein. Ist die Leiterplatte wie oben
vorbereitet,
ist die schon mal o.k.. Bedrahtete Bauelemente liegen manchmal
jahrelang
beim Händler oder Bastler im Regal. Ihre Anschlussdrähte
sollten kurz vor dem Löten mit feinem Sandpapier leicht
abgerieben
werden.
Grundsätzlich sollte man nur mit einem Flussmittel
löten. Fast alle Lötzinn-Sorten enthalten deshalb eine
Kolophoniumader.
Zusätzlich kann man in Spiritus gelöstes Kolophonium auf die
Lötstelle auftragen. Ist der Lötkolben zu heiß,
"verbrennt"
das Kolophonium zu einer schwarzen Kruste und wirkt nicht mehr.
Der häufigste Fehler ist das zu kurze Erhitzen der
Lötstelle.
Dadurch wird nicht richtig gelötet, sondern nur zusammengepappt.
Man
sollte in aller Ruhe abwarten, bis das Lötzinn schön an der
Lötstelle
läuft und die Platine und den Bauelementeanschluss "benetzt"
hat (ca. 2-3 Sekunden). Ansonsten hat man an seinen Lötstellen
keine
dauerhafte Freude. Bauelemente sind bei weitem nicht so
hitzeempfindlich
wie man denkt.
Dieses Foto zeigt typische
Anfängerlötstellen: zuviel Lötzinn, zuwenig Flussmittel,
zu wenig Hitze.
Dieses Foto zeigt recht normale Lötstellen:
weniger Lötzinn, reichlich Flussmittel, ausreichend Hitze.
Die Lötkolbenspitze muss sauber und mit flüssigem
Zinn überzogen sein. Ansonsten ist der Wärmekontakt zur
Lötstelle
schlecht, und die Lötstelle erhitzt sich nur sehr langsam.
Verzunderungsfreie
Dauerlötspitzen sind ihr Geld wert.
Vielbeinige Schaltkreise sollte man von den mittleren zu den
äußeren
Beinchen hin löten, und Pausen einlegen, damit der IC sich nicht
zu
sehr aufheizt.
SMD-Bauelemente sollte man nur auf vorher dünn verzinnte
Flächen auflöten. Der Lötkolben sollte niemals auf das
Bauelement
gesetzt werden, sondern von der Seite den Anschluss erhitzen. Bei
SMDs sollte sparsam mit Lötzinn umgegangen werden.
Versehentliche Lötzinnbrücken lassen sich leichter
entfernen, wenn man sie mit reichlich Kolophonium wiedererhitzt.
Gleichzeitig
kann man überflüssiges Zinn mit Entlötlitze
(feinadrige
mit Kolophonium getränkte Kupferlitze) entfernen. Dazu legt man
die Entlötlitze auf die Lötstelle, und setzt dann den
Lötkolben auf die Entlötlitze, um die Lötstelle durch
die Entlötlitze hindurch zu erhitzen. Auf diese
Art und Weise lassen sich auch filigranste
Schaltkreise sehr sauber
verlöten.
Nach dem Bestücken der Platine
Hat man alle Lötarbeiten glücklich abgeschlossen und die
Funktion der Platine erprobt, sollte man die Leiterseite noch
nachbearbeiten.
Die Platine sollte gereinigt und versiegelt werden. Zum
Reinigen
benutze ich Spiritus und eine alte Zahnbürste. Damit entferne ich
all die unschönen Kolophoniumkrusten, und auch die evtl. nach dem
Ätzen aufgetragene Kolophoniumlackierung.
Dann geht's ans versiegeln. Soll eine Platine nur
vorübergehend
genutzt werden, oder ist abzusehen, das man sie öfters mit dem
Lötkolben
bearbeiten wird, kann man wieder eine Kolophonium-Spiritus-Lösung
auftragen. Eine dauerhafte Versiegelung erreicht man mit einem
speziellen
Leiterplatten-Lack (z.B. "Plastik") aus der Sprühdose. Der greift
das Kupfer und Zinn nicht an (was man vom Kolophonium langjährig
nicht
sagen kann) ist haltbar und trotzdem im Notfall lötbar.
Früher habe ich nur mit Kolophonium versiegelt, aber manche 10-15
Jahre alte Platine weist inzwischen Oxydschichten auf dem Kupfer auf.
andere Verfahren
Sowohl das fotochemische Übertragen des Layouts auf die Platine
wie auch das Ätzen der Platine ist umständlich und
benötigt inclusive Vorbereitung und Reinigung/Aufräumen
einige Stunden. Da lohnt sich auch mal ein Blick auf alternative
Methoden, die ich aber in der Regel nicht anwende. Ich kann hier also
keine tiefschürfende Informationene liefer.
Direkttonermethode
Hier versucht man sozusagen mit dem Laserdrucker das Layout auf die
Leiterplatte (das kupferkaschierte Basismaterial ohne Fotolack) zu
drucken. Das ist natürlich nicht direkt möglich, da die
Platine nicht durch den Drucker passt, und da sich eine leitfähige
Kupferfläche nicht mit einem elektrostatischen Druckwerk bedrucken
lässt. So druckt man erst einmal auf ein Transfermedium
(Folie oder spezielles Papier) und überträgt das Layout dann
vom Transfermedium auf die Platine.
Der Toner des Laserdruckers besteht aud einer Art Harz, das mit
Ruß geschwärzt ist. Das Harz ist bei Normaltemperatur fest,
schmilzt aber bei hohen Temperaturen. Im Drucker wird das Layout
zunächst auf das Transfermaterial "gepudert" und dann mit Hitze
aufgeschmolzen. Legt man nun das bedruckte Transfermaterial mit der
bedruckten Seite auf die Platine, kann man das Layout mit Hitze wieder
schmelzen und auf die Platine übertragen. Dafür benutzt man
ein Bügeleisen oder einen umgebauten Laminator. Da nicht nur der
schwarze Toner sondern das Harz ätzfest ist, genügt hier
auch ein "nicht blickdichtes" Druckbild. Geätzt wird dann wie
üblich. Diese Methode ersetzt also das
Belichten
und das
Entwickeln des photochemischen Verfahrens.
Eine schöne Beschreibung
findet sich hier.
Fräsen
Eine computergesteuerte, dreidimensionale Fräsmaschine kann
Layouts direkt in eine Platine fräsen. Dabei umrundet die
Fräsmaschine mit einem sehr dünnen Fräser jeden
Leiterzug mit einer Frästiefe, bei der das Kupfer wegfräst
wird, ohne allzutief in das Trägermaterial (Glasfaser, Hartpapier)
einzudringen. Die erreichbare Genauigkeit hängt direkt von den
Kosten
der Maschine ab. Eines der preiswertesten Angebote ist die "Profiler"
von Colinbus, die die Zeitschrift Elector als Bausatz für
knapp1700 Euro anbot.
Der Vorteil der Fräse ist die Möglichkeit, durch
computergesteuertes Layoutfräsen und Bohren viele
herkömmliche Arbeitsgänge einzusparen (Belichten, Entwickeln,
Ätzen, Bohren). Das Platinenmaterial
muss dabei absolut plan aufliegen.
Außer der Fräsmaschine benötigt man noch Software, die
die Layoutdateien der CAD-Programme an die Fräsmaschine anpasst,
sowie Verbrauchsmaterial (Frässtifte und Bohrer halten nicht ewig
und sind teuer).
Die hohen Kosten lassen sich nur rechtfertigen, wenn man die
Fräsmaschine auch für andere Bastelarbeiten sinnvoll
einsetzen kann. (Sei es der weihnachtliche Schwippbogen oder Rippen
für die Tragfläche des Modellflugzeugs.)
Gravieren
Das Platinenfräsen ähnelt ja schon recht stark dem Gravieren.
Auch computergesteuerte Graviermaschinen lassen sich zum
Platinenfräsen einsetzen. Der Vorteil der Graviermaschine ist ihre
(meistens) vorhandene Graviertiefenmessung. Auch nicht exakt flach
liegende
Platine lassen sich damit korrekt fräsen. Allerdings
lässt sich eine Fräse im Bastelkeller vielseitiger
einsetzen als eine Graviermaschine. Desshalb lässt sich
auch ihr Kauf gegenüber der Ehefrau schlechter begründen.
Klebefolie
Werbeschriften auf PKW werden mit selbstklebender, farbiger
Plastikfolie hergestellt, aus der die Werbeschriftzüge mit einem
computergesteuerten Schneid-Plotter herausgeschnitten werden. Es gibt
auch selbstklebende
Kupferfolie, mit der sich Leiterbahnen bzw. ganze Platinenlayouts
erstellen lassen. Diese klebt man dann auf ein geeignetes
Trägermaterial. So entstehen dann z.B. effektheischende
Leiterplatten auf Acrylglasbasis (mit zweifelhaften
Löteigenschaften). Dafür benötigt man natürlich
einen computergesteuerten Schneidplotter. Für größere
Layouts ist dieses Verfahren sicherlich nicht praxisgerecht.
industielle Fertigung
Wenn ich mich auf privaten Homepages umschaue, dann erstaunt mich immer
wieder der große Anteil industriell gefertigter Platinen, die von
Bastlern eingesetzt werden. Es gibt eine Reihe von Firmen, die auch
Privatkunden ihre Dienste anbieten. So ein Einzelstück ist
natürlich nicht ganz billig. Pro qdm (Quadratdezimeter) kann man
aber schon mit 25 Euro (einseitig) bis 35 Euro (zweiseitig) auskommen
(ohne Extras wie Lötstopplack oder Bestückungsdruck). Die
Platinen werden auf die korrekte Größe gefäst, gebohrt,
durchkontaktiert und verzinnt ausgeliefert.
Die hohen Kosten sind dann gerechtfertigt, wenn man die
Möglichkeiten der Leiterplattenprofis wenigstens ansatzweise
ausreizt. Zweiseitige Layouts mit bis zu 30 Leiterbahnen pro Zentimeter
sind industriell möglich, wärend das im Bastelkeller
unerreichbar bleiben dürfte. Auch wenn man nur selten Platinen
fertigen muss, kann die industrielle Fertigung billiger werden als
die Anschaffung der für die Platinenfertigung nötigen
Gerätschaften und Chemikalien.
Ich habe zweimal den
PCB-Pool von
Conrad getestet, und war sehr
zufrieden. Dort lassen sich Platinen ab 1 qdm bestellen. Wer kleinere
Layouts hat, kann mehrere identische Layouts zu einer 1 qdm
großen
Platine zusammensetzen. Ich bestellte einmal 15 zweiseitige Platinchen
von
jeweils
37mm x 22mm Größe, um den Quadratdezimeter voll zu bekommen.
Ein weiteres mal orderte ich 3 einseitige
Platinen von 60mm x
60mm mit Leiterbahnbreiten von 0.2 mm im Abstand von 0.2mm. Das
sind 25 Leiterbahnen pro Zentimeter.
Für den reinen Anschaffungspreis einer
"Profiler"-Fräsmaschine (siehe oben) kann man etwa 90 einseitige
Platinen im halben Europaformat bzw. 70 doppelseitige Platinen dieser
Größe anfertigen lassen. Gefräste Platinen sind aber
weder so filigran noch durchkontaktiert oder verzinnt.
graue
Vergangenheit
So, das wars.
Das Herstellen von Platinen ist nach wie vor nicht einfach, aber im
Vergleich zu meinen früheren Verfahren, habe ich inzwischen eine
brauchbare, stabile Platinenqualität.
Als ich in den 1980ern meine ersten Platinen anfertigte, kannte ich
Fotochemie nur vom Hörensagen.
Ich polierte damals das zugeschnittene, zweiseitig kupferkaschierte
Leiterplattenmaterial mit wachsfreiem Scheuermittel und reinigte es
dann mit Spiritus.
Das Platinenlayout entwarf ich mit Papier, Bleistift und viel
Hirnschmalz. Die Positionen aller nötigen Bohrungen übertrug
ich dann mit einem Körner vom Papier auf das
Platinenmaterial. Dann wurde gebohrt.
Dananch zeichnete ich alle Leiterbahnen mit Skribent (einem
Tusche-Zeichengerät) und scharlachroter
Tusche (nur die war ätzfest). Machmal benutzte ich auch
verdünnten Lack, dann musste ich aber durch einen Schlauch
ständig Luft in das Skribent pusten, damit der recht
dickflüssige Lack auch aus dem Skribent lief.
Geätze wurde dann mit Eisen-III-Chlorid in einer Fotoschale.
Das Ergebnis sah entsprechend aus. Hier
eine "handgemalte" Computerplatine von 1987.
Im Vergleich dazu sind heutige Verfahren
geradezu elegant.
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Autor: sprut
erstellt: 2001
letzte Änderung: 30.07.2010